Vor zwanzig Jahren fiel der eiserne Vorhang, mit ihm verschwanden auch die innereuropäischen Grenzen. Die Demokratie versprach Europa ein neues Zeitalter der Freiheit und Gleichheit. Auf der Tagung wurde ihre Veränderung seit 1989 betrachtet. Zunächst haben Prof. Colin Crouch und Prof. Dr. Claus Offe die Demokratie und ihre Zukunft beleuchtet. Welche Merkmale und Mängel weisen liberale Demokratien auf? Und wie gelingt es, demokratische Partizipation in politikverdrossenen Zeiten wiederzubeleben? In einem zweiten Part sprachen Prof. Gáspár Miklós Tamás und Dr. Kai-Olaf Lang über Gefahren für die Demokratie. Besonders in schwierigen Krisenzeiten läuft sie Gefahr, ausgehöhlt zu werden. Durch soziale Unsicherheiten können die Menschen anfälliger für Thesen sein, die Gleichheit und Freiheit untergraben. Die Auseinandersetzung mit den Wirklichkeiten und Entwicklungen der Demokratie, ihren Möglichkeiten und Herausforderungen, standen im Fokus der Veranstaltung.
Was kann und muss Demokratie heute leisten? Welche Versprechen hat die Demokratie 1989 gegeben und welche sind davon tatsächlich Realität geworden? Diesen und anderen Fragen widmen wir uns durch Vorträge und Podiumsdiskussionen renommierter europäischer Wissenschaftler.
Die Tagung knüpfte an die Veranstaltung Europäische Kunst 20 Jahre nach dem Ende des Eisernen Vorhang vom 9. Juli 2009 auf Schloss Marquardt an. KünstlerInnen und KuratorInnen, SchriftstellerInnen und JournalistInnen aus West- und Osteuropa haben sich in Gesprächen der Theorie, Realität und Zukunft von Kunst und Demokratie in Europa genähert.
